Aus welchen Gründen beabsichtigen beiden Banken eine Verschmelzung?
Unsere mittelständischen Kunden benötigen verlässliche Finanzierungspartner, die größere Kreditspielräume, schnelle Entscheidungen, Zugang zu Spezialwissen und leistungsfähige digitale Services bieten. Durch die Bündelung von Eigenkapital, Risikotragfähigkeit und Expertise erweitern wir unseren Handlungsspielraum spürbar. Die damit einhergehenden Finanzierungsmöglichkeiten unterstützen unsere Kunden beim Erschließen neuer Potentiale.
Die Stadt Leipzig sowie die angrenzenden Landkreise Nordsachsen und Leipzig bilden einen gemeinsamen Wirtschaftsraum. Die Vernetzung unserer Kunden zwischen der Stadt und den umliegenden Landkreisen ist enorm und wird mit unserer Hilfe gestärkt. Wir sehen die Region daher als gemeinsames Marktgebiet, in dem auch eine starke Genossenschaftsbank agieren sollte.
Unsere Kunden erwarten bequeme und sichere digitale Services – und zugleich persönliche Ansprechpartner, die erreichbar sind, wenn es darauf ankommt. Damit wir beides dauerhaft verlässlich bieten können, wollen wir unsere Kräfte bündeln: Gemeinsam sichern wir Kapazitäten und Kompetenzen – vom stabilen Online‑Banking über moderne Zahlungsfunktionen und Self‑Services bis zur zügigen Terminvergabe und qualifizierten Beratung nah beim Kunden. So bleiben wir trotz Arbeitskräftemangel und steigenden regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen leistungsfähig und innovativ.
In den intensiven Gesprächen zur Vorbereitung des Kooperationsvertrags haben wir klar erkannt: Unsere Unternehmenskulturen teilen dieselben genossenschaftlichen Werte und bauen auf dem Fundament auf, das Hermann Schulze Delitzsch gelegt hat. Unsere Geschäftsmodelle und Leistungsangebote ergänzen sich optimal. Für Mitglieder und Kunden bedeutet das: verlässliche Kontinuität und ein breiteres, leistungsfähigeres Angebot aus einer Hand.
Welche Ziele sollen mit der Fusion erreicht werden?
Oberste Priorität hat die Erhöhung des Nutzens für unsere Mitglieder und Kunden. Als nachhaltig stabile und ertragsstarke Bank vor Ort können wir mit der Fusion bessere Kreditvergabemöglichkeiten erzielen, durch gebündelte Kompetenz die persönliche und digitale Beratungsqualität weiter steigern, ein konkurrenzfähiges Produkt- und Leistungsangebot vorhalten und marktgerechte Konditionen anbieten.
Ein weiteres Ziel ist es, auch in dem schwierigen Umfeld ein nachhaltig attraktiver Arbeitgeber für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bleiben. Für sie bietet die Verschmelzung eine Vielzahl interessanter, neuer Aufgaben und Herausforderungen.
Gibt es bei den Fusionspartnern wirtschaftliche Notwendigkeiten für eine Verschmelzung?
Nein. Beide Banken sind kerngesund und leistungsstark. Eine Verschmelzung aus einer Position der Stärke heraus ist wirtschaftlich sinnvoll, weil wir gemeinsam mehr erreichen können als allein. So heben wir Synergien, beschleunigen Entscheidungen und investieren gezielter in Sicherheit, Beratung und Digitalisierung – zum Vorteil unserer Mitglieder, Kundinnen und Kunden. Es handelt sich um eine zukunftsgerichtete strategische Option zweier gleichberechtigter Partner.
Was würde eine Fusion für das Filialnetz der beteiligten Banken bedeuten?
Mit 24 Filialen und zusätzlichen SB-Standorten bieten wir ein Netz der Nähe – Orte der Kommunikation, Begegnung und Geldversorgung. Diese Nähe vor Ort gehört zu unserer genossenschaftlichen Identität. Auch nach der Vereinigung unserer Genossenschaften sichern wir unseren Kunden erreichbare Beratung und verlässliche Bargeldversorgung in der Region. Eventuelle Veränderungen, wie z. B. der Ausbau von Videoberatungsangeboten oder unterstützenden digitalen Services, erfolgen schrittweise und verantwortungsvoll entsprechend dem tatsächlichen Bedarf.
Was wird aus dem Bankensitz in Delitzsch?
Die Stadt Delitzsch ist eng mit der Gründungsgeschichte der Genossenschaftsbanken in Deutschland verbunden. Darauf sind wir stolz und messen dem Standort immer eine besondere Bedeutung bei. Hier wird es auch künftig ein umfassendes Kompetenzcenter geben.
Der traditionsreiche Markenname „Volksbank Delitzsch“ wird als „Niederlassung der Leipziger Volksbank“ erhalten.
Im digitalen Zeitalter ist mobiles Arbeiten problemlos möglich. Daher ist es neben der Arbeit von zu Hause aus auch möglich, die Arbeitsplätze in Delitzsch zu nutzen.
Um die Zusammenarbeit im Team zu fördern, werden wir die räumlichen Kapazitäten in Leipzig für alle Bereiche schaffen.
Was bedeutet eine Fusion für unsere Kundinnen und Kunden bezüglich Ansprechpartnern, IBAN und Leistungen?
Im Alltag bleibt nahezu alles wie gewohnt – und wo Anpassungen sinnvoll oder notwendig sind, werden sie so einfach wie möglich gestaltet. In der Regel bleibt der persönliche Ansprechpartner unverändert; kommt es ausnahmsweise zu Änderungen, erfolgt eine frühzeitige Information und ein nahtloser Übergang mit klaren Erreichbarkeiten.
Erfahrungsgemäß bleibt in den meisten Fällen die Kontonummer bestehen; die IBAN wird sich bei unserer Kundschaft aus Delitzsch ändern.
Die Bank unterstützt aktiv mit verständlichen Hinweisen, Hilfe bei Daueraufträgen sowie Vorlagen zur Information von Zahlungspartnern.
Beide Institute sind Universalbanken; dieses lückenlose Leistungsangebot bleibt erhalten.
Konditionen und Preise werden schrittweise vereinheitlicht: Bestehende Verträge behalten ihre Gültigkeit; über mögliche Anpassungen informiert die Bank rechtzeitig und transparent – mit dem Ziel einfacher, fairer und nachvollziehbarer Modelle.
Wie sieht der Zeitplan aus?
Zu ausführlichen Informationsveranstaltungen laden wir die Vertreter und Mitglieder im Frühjahr 2026 ein.
Die Vertreterversammlungen der Volksbank Delitzsch eG und der Leipziger Volksbank werden im Juni 2026 über eine rückwirkende Verschmelzung zum 01.01.2026 entscheiden.
Eine rückwirkende Fusion bringt eine hohe Sicherheit für die verantwortlichen Gremien mit sich, denn sie basiert auf umfassenden Prüfungshandlungen und Gutachten des Wirtschaftsprüfers und ist somit für alle Beteiligten mit höchster Sicherheit verbunden.
Die technische Fusion wird voraussichtlich im Herbst 2026 stattfinden.
Warum haben sich die beteiligten Banken so schnell entschieden, den Vertreterversammlungen eine Verschmelzung vorzuschlagen?
Nach einem langjährigen, respektvollen nachbarschaftlichen Verhältnis haben die Vorstände beider Genossenschaften – im Einvernehmen mit den Aufsichtsräten – beschlossen, die Zusammenarbeit strukturiert zu vertiefen und die wirtschaftlichen, organisatorischen und kulturellen Voraussetzungen einer Kooperation bzw. einer Verschmelzung sorgfältig zu prüfen. Die Gespräche verliefen konstruktiv und auf Augenhöhe.
Die zügige Entscheidung, den Gremien beider Häuser eine Fusion nahezulegen, ist das Ergebnis dieser vertrauensvollen Beratungen und einer strategischen Abwägung. Sie verkürzt Unsicherheiten für Mitglieder, Kundinnen und Kunden, sichert Handlungsfähigkeit in wichtigen Projekten (z.B. IT-Zusammenführung, Harmonisierung von Prozessen und Konditionen) und ermöglicht, Synergien frühzeitig zu heben – zum Vorteil aller. Die neue Bank kann so schnell und verlässlich als einheitlicher, leistungsstarker Partner auftreten.
Welche Gründe gibt es für die Wahl der künftigen Firmenbezeichnung?
Die Firma „Leipziger Volksbank eG“ und vor allem die seit Jahren erfolgreich etablierte Marke „Leipziger Volksbank“ sind identitätsstiftend, prägnant kurz und modern. Leipzig ist das pulsierende Wirtschafts- und Bankenzentrum unserer Region.
Die erfolgreiche Traditionsmarke „Volksbank Delitzsch“ erhalten und entwickeln wir durch die Etablierung der Niederlassung mit den Filialen in Delitzsch, Eilenburg und Bad Düben.
Wo werden der juristische Sitz und Sitz des Vorstandes sein?
Sitz ist Leipzig als mitteldeutscher Bankenplatz und starkes Wirtschaftszentrum, hier ist die Bank an exponierter Stelle vertreten. Die Stadt ist ein identitätsstiftender Leuchtturm für die gesamte Region.
Die Entscheidungswege für unsere Kunden in den Landkreisen werden kurz bleiben. Dafür sorgt auch, dass mit Steffen Dross in Delitzsch ein Generalbevollmächtigter seinen Sitz haben wird, der unserer Bank repräsentiert und ein offenes Ohr für die Anliegen der Kundschaft hat.
Wie wird die zukünftige Qualität der Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit, den Vereinen und Verbänden aussehen?
Auch als vereinigte Bank bleiben wir ein verlässlicher, regional verwurzelter Partner. Förder- und Sponsoringaktivitäten, gemeinsame Projekte mit Kommunen, persönliches Engagement in Vereinen und Verbänden sowie Ehrenamtsprogramme werden gebündelt, professioneller koordiniert und noch sichtbarer. Mit klaren Ansprechpersonen, kurzen Wegen und verlässlichen Budgets entsteht mehr Reichweite für Initiativen vor Ort.
Was ist ausschlaggebend für die Bestimmung der übertragenden und übernehmenden Genossenschaft?
Diese Frage wird allein unter steuerlichen Betrachtungen entschieden.
Wie werden die Gremien der Bank besetzt?
Mit der Fusion werden wir eine neue Wahlordnung einführen, diese wird als Herzstück die Bezirkswahl beinhalten, womit allen Regionen der Bank Rechnung getragen wird.
Dabei stellen sich die Kandidatinnen und Kandidaten für das Vertreteramt in kleineren, regionalen Wahlbezirken vor. Die Wahl erfolgt dann in Versammlungen vor Ort, ggf. durch Briefwahl ergänzt. Dieser Wahlmodus fördert die Mitgliederbeteiligung und stärkt damit die basisdemokratischen Prozesse in der neuen Bank.
Das Verhältnis Mitglieder zu Vertreter soll künftig 200:1 betragen, die fusionierte Bank wird weit über 30.000 Mitglieder haben.
Alle Aufsichtsratsmitglieder bleiben im Amt, so dass der Aufsichtsrat aus 13 Personen bestehen wird. So stellen wir Kontinuität in diesem wichtigen Überwachungsgremium sicher und nutzen die wertvollen Erfahrungen und regionalen Kenntnisse der langjährigen Mitglieder weiter.
Der Vorstand wird aus den heutigen Vorstandsmitgliedern Thomas Auerswald, Christoph Kothe, Lars Plotzki und Andreas Woda bestehen. Steffen Dross wird als Generalbevollmächtigter die Arbeit unserer Niederlassung in Delitzsch koordinieren.
Was passiert mit den Geschäftsanteilen der Mitglieder?
Die Mitgliedschaft und die Mitgliedsrechte aller Genossenschaftsmitglieder bleiben unangetastet. Die Geschäftsanteile werden auf 50 € vereinheitlicht. Jedes Mitglied kann mit dem bisherigen Betrag investiert bleiben, erhält die entsprechende Anzahl Mitgliedsanteile eingebucht und ggf. die Möglichkeit bei Umstellungsdifferenzen aufzuzahlen oder auszahlen zu lassen. Auch nach der Fusion haben die Mitglieder keine Nachschusspflicht.